Reichenstraße

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Die Reichenstraße: Zentrale Fußgängerzone der Füssener Altstadt

Wenn du durch Füssen schlenderst, landest du unweigerlich in der Reichenstraße und du merkst schnell: Das ist weit mehr als nur eine Einkaufsstraße. Sie ist das historische Rückgrat der Stadt und erzählt eine über 2000-jährige Geschichte. Denn im Grunde folgst du hier dem Verlauf der berühmten römischen Fernstraße Via Claudia Augusta, die einst Augsburg mit Norditalien verband und den Grundstein für Füssen als strategisch wichtigen Knotenpunkt legte.

Vom Handelsweg zum Reichtum

Im Mittelalter entwickelte sich die Reichenstraße zum Zentrum des blühenden Handels. Sie lag an europäischen Hauptrouten, darunter die wichtige Salzstraße. Ihr Name „Reichenstraße“ ist dabei Programm: Er deutet klar darauf hin, dass die wohlhabendsten Bürger, also erfolgreiche Händler und Zunftmeister, es sich leisten konnten, ihre repräsentativen Häuser genau hier zu errichten. Die Straße war das sichtbare Zeichen für den Reichtum, der durch den Handel in die Stadt floss. Eine besonders glanzvolle Ära erlebte die Straße, als Füssen im 16. bis 18. Jahrhundert zum europäischen Zentrum des Lauten- und Geigenbaus aufstieg. Die hochangesehenen Instrumentenbauer, die ihre Waren bis nach Paris exportierten, hatten ihre Werkstätten in dieser Gegend, ein Handwerk, an das heute der Lautenmacherbrunnen erinnert.

Ein barockes Freilichtmuseum

Architektonisch ist die Straße ein Genuss, denn sie ist ein hervorragendes Beispiel für die südbayerische Barockarchitektur, die auf mittelalterlichen Grundmauern aufgebaut wurde. Am auffälligsten sind die pastellfarbenen Häuserfronten in Gelb, Rosa oder Ocker. Viele dieser Bürgerhäuser wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg im 18. Jahrhundert barock umgestaltet, und diese oft reich verzierten Fassaden spiegeln den Wohlstand ihrer einstigen Besitzer wider. Wenn du genau hinsiehst, entdeckst du charmante Details: die oft leicht verschobenen Fenster oder die kunstvollen Erker, die in die Straße ragen. Schau unbedingt nach oben, denn überall hängen schmiedeeiserne Zunftschilder. Sie sind ein großartiges Fotomotiv, zeigen die Symbole alter Handwerke und sind viel dekorativer als jedes moderne Schild.

Shopping, Kultur und südländisches Flair heute

Heute ist die Reichenstraße komplett zur Fußgängerzone geworden und ist das zentrale touristische und kommerzielle Zentrum von Füssen. Beim Bummeln findest du eine Mischung aus touristischen Angeboten wie Souvenirs und Trachten, aber auch wichtigen lokalen Einzelhandel. Die Straße ist aber vor allem wegen ihrer Atmosphäre so beliebt: Die Dichte an Cafés und Restaurants ist hoch, und im Sommer sorgen die zahlreichen Außenbestuhlungen für ein wunderbar südländisches, lebendiges Flair. Mitten in der Häuserzeile solltest du Ausschau nach der kleinen Krippkirche St. Nikolaus halten. Sie ist unscheinbar in die Fassaden integriert, aber wegen ihres berühmten Altarbildes eine Ruheoase. Für eine Pause suchst du am besten den Stadtbrunnen auf, der oft den Heiligen Magnus zeigt und ein beliebter Treffpunkt ist.

Der beeindruckende Ausblick

Die Reichenstraße liegt mitten in der Altstadt. Sie beginnt am Kaiser-Maximilian-Platz. Von ihr gehen alle wichtigen Altstadt-Gassen ab, wie die Drehergasse oder die Schrannengasse ab. Ihr Verlauf ist so beeindruckend, weil sie leicht ansteigt und du, wenn du am oberen Ende stehst und dich umdrehst, einen fantastischen Blick auf das Hohe Schloss hast, das über der Altstadt thront. Dieser Ausblick ist der perfekte architektonische Abschluss und eines der besten Panoramen Füssens.

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